Adventsgedichte
Besinnliche Gedichte und Sprüche für die Advents- und Weihnachtszeit für Kinder
und Erwachsene sowie Bildersprüche, kurze Verse, Bücher- und Geschenk-Tipps.
Eine Kerze anzünden
Ich nehm ein Steichholz mir
und zünd' die Kerze auf dem Tisch.
Ein kleines Licht scheint dann zu dir
und sagt: ich denk an dich.
Komm, nimm ein Streichholz dir
und zünd die nächste an.
Ein kleines Licht kommt dann zu mir
und sagt: du denkst an mich.
Wir nehmen uns ein Streichholz nun
und zünden alle Kerzen an.
Viele Lichter funkeln nun
und sagen: wir denken daran.
(© Monika Minder)
Ein Zauber lächelt aus der Ferne
Weiss sind die Dächer und die Zweige,
Das alte Jahr geht bald zur Neige.
Ein Zauber lächelt aus der Ferne
Und glänzen tun die ersten Sterne.
Ein helles Licht, das ewig brennt,
schickt uns den seligen Advent.
(© Monika Minder)
Jede Hoffnung
Jede Hoffnung ist ein Licht auf Zeit,
Jedes Licht eine Hoffnung für die Ewigkeit.
(© Monika Minder)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Bratapfel
Die drei schönsten von der Hürde
Nimm, so hebt das Braten an,
Apfelbraten nach der Würde:
Kaiser, König, Edelmann.
Steck die gelben in die Röhre,
Gib dem Ofen den zur Hut -
Wenn ich Windessausen höre,
Schmeckt November noch so gut.
Jetzt gewartet. Underdessen
Magst du in die Wolken sehn;
Freilich sollst du nicht vergessen,
Ein- und zweimal umzudrehn.
Bräunt das Goldne, schmilzt das Weiße?
Und was funkelt rot mich an?
Welcher ists, der Kaiser heiße,
König wer und Edelmann?
Nur ein Weilchen noch, ihr lieben
Fleißigen ... da habt ihr scheints
Beide Tafeln schön beschrieben,
Zweimalzwei und Einmaleins.
Hier am Westchen hundert Maschen
Ernsthaft rechts und links gestrickt.
Wohl ... doch jetzt beiseit die Taschen,
Her zum Ofen, hingeblickt!
Seht ihrs nicht mit Mund und Händen?
Duftets nicht in Aug und Ohr?
Wie, daß wir den Zauber fänden
Heimlich hier im Zauberrohr?
Wie, daß man im Zubereiten
Eine Winterabendwelt,
Alle Tag- und Jahreszeiten
Unversehns in Händen hält.
Heißer Saft will niederträufeln,
Und wer soll nun Kaiser sein?
Auch noch Zucker willst du häufeln?
Nimm den Apfel, er ist dein!
(Albrecht Goes 1908-2000, deutscher Schriftsteller)
Aus: ders., Gedichte © S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2008.
Dieses Gedicht ist hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung
des S. Fischer Verlages und Frau Rose Kessler (Tochter von Hr. Goes).
Advent, Advent, die Lichtlein brennen
Durch die blaue Nacht die Sternlein blinken,
Und dort am Fenster Kinder fröhlich winken.
Advent, Advent, die Lichtlein brennen,
Immer eines mehr, das wir zum Leuchten bringen.
(© Monika Minder)
Adventszeit
Die Strassen glimmen auf:
tausend Lichter gehn umher,
Es glitzert und glänzt,
wie wenn Weihnachten wär.
Düfte streicheln mich voll sanfter Güte,
Hoch oben leuchten Glitzersterne;
Auch der Himmel formt mein Gemüte
Und die Sehnsucht nach der Ferne.
Umhersehend stehe ich am Strassenrand
Und höre das emsige Schreiten
Der Menschen, die durch die Strassen gleiten;
Kinder an der Hand,
die am liebsten ihre Nasen an den Schaufenstern
platt drücken;
Menschen, die vorbeihuschen wie Gespenster
und sich verdrücken.
Lieder mit langen Strophen.
Viel Kram!
Adventlicher Charme!
(© Monika Minder)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Schneeflocken tanzen
Schneeflocken tanzen leis in dieser Nacht,
die ersten Adventslichter sind entfacht.
Es beginnt die Zeit der Besinnlichkeit,
inmitten des Trubels und der Herrlichkeit.
Manch einer glaubt den Weg zu spüren,
der Sog des Angebots wird ihn verführen.
In all den staunenden Kindergesichtern,
können wir einen Hauch von dem was kommt erblicken.
(© Monika Minder)
Gemalte Fensterscheiben
Gemalte Fensterscheiben
Lieder aus einer Kapelle
Märktliches Treiben
Die Kerzen so helle.
Nicht einsam die Nacht
Süsser Kuchenduft
Ein Kind durchs Fenster lacht
Weihnachten liegt in der Luft.
(© Monika Minder)
Ein Traum
Eines Nachts, ich träumte so vor mich hin
von grünen Tannen mit hellen Lichtern drin.
Mit roten Ohren sass ich auf Mutters Schoss
und flehte: "lass mich bloss nicht los!"
Ich wollte warten bis es Morgen ist,
doch da ein Engel mit weissem Gesicht.
O Herz, das muss ein Zeichen sein
Schau, wie der Weihnachtsbaum sich neigt!
O Welt, da bist du wieder
Komm sing mit mir die schönen Lieder! -
Da wacht ich auf aus meinem Traum
und suchte vergebens nach dem bunten Weihnachtsbaum.
Müde schon im Morgenschein
schlief ich nach dem Traume wieder ein.
Auf den Lippen noch ein zärtlich Lächeln
Mutter sagte: "bald ist Weihnachten
und dein Traum wird immer echter."
(© Monika Minder)
Dunkel ist die Zeit geworden
Dunkel ist die Zeit geworden,
Wind fegt eisig durch das Tal.
Die längsten Nächte fordern
Herzen aus der Qual.
Die ersten Lichter funkeln,
Hoffnung ist bereit.
Vielleicht ist für einmal nicht nur Gefunkel
Das Wichtigste in dieser Zeit.
(© Monika Minder)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Adventsgedichte kurz
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Advent wir sind bereit
Advent, Advent, wir sind bereit,
die Tannen sind schon leicht verschneit.
Adventskranz und Kalender sind gebastelt.
Stollen, Plätzchen und Kuchen gebacken.
Die Kerzen glänzen, kommt ganz schnell!
Der Himmel ist jetzt immer hell.
(© Monika Minder)
Der längsten Nächte Zeit
Der längsten Nächte Zeit ist angebrochen.
Wir denken an die Welt und ihre Sachen.
Als Teil von diesem Spiel
Ist Glauben, Hoffen, Lieben auch ein Ziel.
(© Monika Minder)
Lange Nächte
Lange Nächte
Am Himmel eine Helle.
Was brächte eine Milde
In geläutertem Gefilde?
(© Monika Minder)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Hoffnungsvolle Zeiten
Hoffnungsvolle Zeiten
Die Welt im weichen Klang
Unsere Seelen gleiten
Leise nimmt ein Kind dich an der Hand.
(© Monika Minder)
Manche Tanne träumt
Manche Tanne träumt wie balde
Ein neues Kleid sie tragen wird.
Und weisse Wege durch die Walde
Seine Schneisen zieht.
Es leuchtet fern und hell aus einem Land
Und manch Kind geht fröhlich an einer lieben Hand.
(© Monika Minder)
Beschämend
Es will sich uns etwas Bescheren
In einer Zeit, wo kaum wir noch entbehren.
Im Überfluss ein Mehren
Verstocktes und Bequemes.
Ach Mensch, wie bist du nur beschämend!
(© Monika Minder)
Adventssprüche
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In dieser Nacht
In dieser Nacht liefen die Rosen der Erde davon
und fingen das Blühen an, im Schnee.
(Dorothe Sölle 1929-2003, deutsche Theologin)
Im Werden
Im Werden uns begreifen, im Begreifen werden.
Ohne Liebe geht das nicht.
(© Monika Minder)
Irgendwo
Irgendwo muss es doch Lichter geben,
wenn nicht in unseren Herzen, wo dann?
(© Monika Minder)
Sei echt und sei nicht Schein
Sei echt und sei nicht Schein
Lass uns fröhlich dieser Tage sein.
Fröhlich nur durch das, dass wir sind,
Dass wir des Lebens Leuchte sind.
(© Monika Minder)
Stille Nacht
Stille Nacht lässt wunderbar
Alle Sterne sehen.
Leuchtender als die Zeit je war,
Will Liebe jetzt entstehen.
(© Monika Minder)
Bekannte Adventsgedichte von Klassikern
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Es treibt der Wind im Winterwalde
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt
und manche Tanne ahnt wie balde
sie fromm und lichterheilig wird;
und lauscht hinaus. Den weissen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
(Rainer Maria Rilke 1875-1926, Lyriker deutscher Sprache)
Wie leide ich vor Sehnsucht
Wie leide ich vor Sehnsucht!
Wäre es doch Weihnachten!
(Hans Christian Andersen 1805-1875, dänischer Schriftsteller)
Verse im Advent
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.
Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiss sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.
Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.
(Theodor Fontane 1819-1898, deutscher Schriftsteller)
Immer ein Lichtlein mehr
Immer ein Lichtlein mehr
Im Kranz, den wir gewunden,
Dass er leuchtet uns so sehr
Durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
Und so leuchten auch wir,
Und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
Langsam der Weihnacht entgegen,
Und der in Händen sie hält,
Weiss um den Segen!
(Matthias Claudius 1740-1815, deutscher Dichter)
Weihnachtsgeschenk
Mein süsses Liebchen! Hier in Schachtelwänden
Gar mannigfaltig geformte Süssigkeiten.
Die Früchte sind es heilger Weihnachtszeiten,
Gebackne nur, den Kindern auszuspenden!
(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)
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