Weihnachtsgedichte 2
Besinnliche Gedichte für Weihnachten, Liebesgedichte, schöne Bilder Sprüche für
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Kein Blümlein mehr
Kein Blümlein mehr, das uns erfreut,
kein Blättchen, das im Winde weint.
Keine Vögel weit und breit,
die Felder ringsum schon beschneit.
Doch bringt die karge Winterzeit
auch viele schöne Stunden.
Wir denken an die Weihnachtszeit
mit ihren grossen Wundern.
So mag es draussen noch so schneien
wir wärmen uns in Liebe.
Die grossen und die Kleinen
wünschen sich vor allem Frieden.
(© Monika Minder)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Heilig Abend Stimmung
Am Bäumchen brennen Kerzen nieder,
im süssen Klang von Weihnachtsliedern.
Ein Hauch von Tannenduft
durchzittert zart die stille Luft.
Es wiederhallt ein leises Hoffen
seit Urzeit in den Herzen.
Kindermünder stehen offen;
Liebe braucht auch Schmerzen!
(© Monika Minder)
Zur heiligen Weihnacht
Es strebte aus der Nacht des Lebens
Die Menschheit stets nach Glück und Licht,
Doch suchte sie den Weg vergebens
Jahrtausende und fand ihn nicht.
Da liess den Friedensgruss erschallen
Durch Engelsmund das Christuskind,
Es bot den wahren Frieden allen,
Die eines guten Willens sind.
Es nahm auf sich der Menschheit Bürde
Und gab des reinen Herzens Glück,
Es gab dem Weibe seine Würde,
Dem Sklaven gab es sie zurück.
O, lasst uns dieses Kindlein preisen,
Das uns versöhnte mit dem Grab,
Das uns das große Ziel der Weisen,
Den Frieden und die Wahrheit, gab.
Ihr Mütter, eilt im Geist zur Krippe,
In der das Kindlein Jesu lag,
Und betet nicht bloss mit der Lippe,
Nein, mit dem Herzen betet nach:
"O Jesu, segne mein Bestreben
Für meine Kinder, dass ich sie,
Die Du für Dich mir hast gegeben,
Für Deinen Himmel auch erzieh’!
Lass mich sie lehren, Dir zu dienen,
Steh Du mir auch, Maria, bei,
Damit ein jedes unter ihnen
Dem Kinde Jesu ähnlich sei!"
Heil euch, ihr Mütter, Heil am Tage
Der Rechenschaft, wenn jede dann
Auf ihres Richters ernste Frage
Mit frohem Herzen sagen kann:
"Die Kinder, Herr, die ich geboren,
Ich führte sie zum Heil, zum Glück,
Ich habe keines Dir verloren,
Ich geb’ sie Dir, mein Gott, zurück!"
(Adolf Kolping 1813-1865, deutscher Priester)

© Bild von Monika Minder (darf für private Zwecke gratis verwendet werden)
Dezemberabend
Dezemberabend, erste Flocken feuchten;
Aus der Ferne zarter Duft.
Hoffnungsvoll durchleuchtet
Ein Stern die flockentrübe Luft.
Glockenklänge beben
Summend durch mein Ohr.
Aus der Masse heben
reinste Klänge sich empor.
Goldne Lichter zittern
Über meine Seele hin.
Seit ich deinem Leuchten
Einst begegnet bin.
(© Monika Minder)
Weihnachtsidylle
Aus Rauhreif ragt ein Gartenhaus,
das schaut so schmuck, so freundlich aus.
Am blanken Giebel schmiegt sich hold
der Wintersonne Abendgold.
Eiszapfen, Scheiben in rotem Glanz,
die Fenster umrahmt von Waldmooskranz.
Blattgrün, Gelbkrokus, ein rosiger Bube
lächeln aus frühlingswarmer Stube.
Kanarienvogel schmettert so hell;
Kinderlachen und Hundegebell.
Klein Hansemann und Ami spielen
Wolfsjagd, sie balgen sich auf den Dielen.
Die Mutter ging holen den Weihnachtsmann,
der klopft an die Türe brummend an.
Und sieh! Vermummt, ein bärtiger Greis.
Ein Sack voll Nüsse, ein Tannenreis.
"Seid ihr auch artig?" - Stumm nicken die Kleinen
und reichen die Patschhand; eins möchte weinen.
Da prasseln die Nüsse, das gibt ein Haschen!
Der süsse Hagel füllt die Taschen - -
Fort ist der Mann. Mit Lampenschein
tritt nun die liebe Mutter herein.
Gejubel: "Der Weihnachtsmann war da!
O, Nüsse hat er gebracht, Mama!"
Den grossen Tisch umringt ein Schwatzen,
Schalenknacken, behaglich Schmatzen.
Die Mutter klatscht in die Hände und zieht
die Spieluhr auf: "Nun singt ein Lied!"
"Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all,
zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall!"
Fromm tönt’s in die frostige Nacht hinaus.
Ein Stern steht selig über dem Haus. -
(Bruno Wille 1860-1928, deutscher Prediger, Schriftsteller, Journalist)
Gruss des Engels
Sterne am Himmelszelt
Strahlen so hell
Verleihen der Nacht
Ein festliches Gewand
Freudetrunken
Leben, andernfalls Traum
Freier Flug
Müheloses Schweben
Auf den Schwingen getragen
Dem Himmel so nah
Jubilieren
Vom sanften Purpurflügel
Umschlungen
Du bist da
Ganz nah
Kann deinen Flügelschlag spüren
Gruss des Engels
(© Susanne Ulrike Maria Albrecht 1967, deutsche Lyrikerin)
Dieses Gedicht ist hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung
von Susanne Ulrike Maria Albrecht
Die Tannen glühen
Die Tannen glühen
Irgendwo Gesang
Wir wärmen unsere Hände am Kamin
und lauschen dem näherkommenden Klang.
Minuten werden bang
Heftig pocht es in der Brust.
Eine lange Nacht bricht an
Alles ist noch unbewusst.
Doch jeder Klang erfüllt das Herz
Nähe schafft die Zeit
Zwischen Freud und Schmerz
Liegt die heilige Zeit.
(© Monika Minder)
Das Wunder der Heiligen Nacht
Weihnachten ist das grosse Wunder
der vergebenden Gnade Gottes
den verlorenen Leuten bietet er ewiges Leben.
Das ist das Wunder der Heiligen Weihnacht,
dass ein hilfloses Kind unser aller Helfer wird.
Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
dass in die Dunkelheit der Erde die helle Sonne scheint.
Das ist das Wunder der Heiligen Nacht,
dass traurige Leute ganz fröhlich werden können.
Das ist das Wunder der Heiligen Nacht:
Das Kind nimmt unser Leben in seine Hände,
um es niemals wieder loszulassen.
(Friedrich von Bodelschwingh 1831-1910, deutscher Pastor, Theologe)
Du stets noch Anfang uns und End und Mitte
Auf deine Bahn hienieden · Herr der Wende ·
Dringt unser Preis hinan zu deinem Sterne.
Damals lag weites Dunkel überm Land
Der Tempel wankte und des Innern Flamme
Schlug nicht mehr hoch uns noch von andrem Fiebern
Erschlafft als dem der Väter: nach der Heitren
Der Starken Leichten unerreichten thronen
Wo bestes Blut uns sog die Sucht der Ferne ...
Da kamst du Spross aus unsrem eignen Stamm
Schön wie kein Bild und greifbar wie kein Traum
Im nackten Glanz des Gottes uns entgegen:
Da troff Erfüllung aus geweihten Händen
Da ward es Licht und alles Sehnen schwieg.
(Stefan George 1868-1933, deutscher Lyriker)
Liebesgedichte Weihnachtsgedichte
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Wandr' ich in der stillen Nacht
Wandr' ich in der stillen Nacht alleine,
Durch den Nebel blitzt der Steinweg fern -
Redet Stern zum Stern im hellen Scheine,
Und die Wildniss lauscht dem Wort des Herrn.
Golden schimmernd, hinterm Felsenhange,
Dehnt des Himmels Blau sich endlos weit -
Was ist mir die Brust so schwer, so bange?
Hoff' ich Etwas - thut mir Etwas leid?
Nein! mich lockt nicht mehr der Hoffnung Schimmer,
Und Vergangenes thut mir nicht leid -
Doch ich möchte schlafen gehn auf immer,
Freiheit such' ich und Vergessenheit!
Aber nicht den kalten Schlaf der Truhe,
Nicht die Freiheit, die uns todt begräbt;
Ruhe möcht' ich - doch lebend'ge Ruhe,
Drin noch athmend meine Brust sich hebt.
Unter immergrüner Eichen Fächeln
Möcht' ich ruhen all mein Leben lang -
Vor mir schöner Augen Liebeslächeln,
Und in Schlaf gelullt von Liebessang.
(Michael Lermontow 1814-1841, russischer Dichter)
in der Übersetzung von Friedrich Bodenstedt 1819-1892.
An eine Blume
Du liebliches Erinn'rungszeichen,
O Blümelein, was willst du hier?
Du, Gunst noch werbend im Erbleichen!
Sag' an, wer sendet dich zu mir?
Gar weiten Weg bist du gekommen,
Vom stummen Siegel wohl verwahrt.
Hat dir wohl etwas offenbart
Die Hand, die dich vom Strauch genommen?
Bist du zum Welken nur entsprossen
Wie deiner Schwestern grosse Zahl?
Erblüht dein Kelch wohl noch einmal,
Und hält er Sinniges umschlossen?
Ich seh' in deiner Blüte Weiss
Die Unschuld glückversagend blinken,
Doch seh' ich scheu die Hoffnung winken
Aus deinem grünen Blätterkreis.
Bist du ein Sendling? Gieb dich freier!
Vertrau'! Ich weiss zu schweigen auch.
Ist deine Sprache dieser Hauch?
Ist dieses Grün vielleicht ein Schleier?
Wenn ich's erriet, so raun' mir's zu,
Du Botin, du geheimnisvolle!
Wenn nicht, - an meinem Herzen ruh'
Und wahre deine stumme Rolle!
Ich kenne wohl die kleine Hand,
An Launen reich und reich an Gnaden,
Die deinen bleichen Kelch umwand
Mit silberfeinem Seidenfaden.
O diese Hand! Wer fände schnell
Nur eine zweite, ihr vergleichbar?
Und gälte Venus als Modell,
Kaum einem Phidias wär's erreichbar.
Die Hand, geschickt zu tausend Dingen,
Ist schön und edel, weiss und weich.
Wer einst versteht, sie zu erringen,
Den macht sie glücklich, macht sie reich.
Doch sie ist klug und streng in Pflichten!
Mir sei genug, was ich erfuhr.
Sie soll uns nicht im Zorne richten:
Still, Blümchen! Lass mich träumen nur.
(Alfred de Musset 1810-1857, französischer Schriftsteller)
Übersetzt von Sigmar Mehring 1856-1915.
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