Adventskalender, Adventssprüche für jeden Tag

7. Adventstag - Adventsgedanken

Besinnliche Texte können wir gerade jetzt gut brauchen. Wir sprechen über Stille und in diesem Zusammenhang auch über Hektik. Normalerweise nehmen wir viel Stress auf uns in der Vorweihnachtszeit. Im Zeitalter von Corona wird sich das vielleicht von selbst ändern. Hier erhalten Sie tiefsinnig Gedanken und Texte sowie schöne Gedichte mit einem Bildspruch zum Ausdrucken.

Bild-Spruch - 7. Tag im Advent

Brennende gelbe Kerze

© Bild weihnachtsgedichte-sprueche.net, darf ausgedruckt und privat und geschäftlich (nicht im Internet und nicht kommerziell) kostenlos genutzt werden. Z.B. für eine Karte.. > Nutzung Bilder

Bild-Text:

Wahres Leben zeigt sich uns am meisten in der Sehnsucht.

(© Monika Minder)

Gedanken zum 7. Dezember

Sehnsucht nach Stille

Die Stille hat ihren Sitz in der Seele. Vielleicht sehnen Sie sich manchmal auch danach, diese Stille zu fühlen, nur mit sich selbst zu sein und zur Ruhe zu kommen.

Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit, wo alles noch rasch erledigt und fertig gestellt werden muss, Geschenke und Events organisiert und Weihnachtswünsche übermittelt werden müssen, kann dieser Wunsch grösser werden.

Ob wir Ruhe finden und stiller werden können in diesen Tagen, in all dem Lärm und der Hektik des Alltags und der Flut von Informationen?

Im Duft von frisch gebackenen Plätzchen und Tannenzweigen eine Kerze anzünden, und uns bei einer Tasse Tee, einer heissen Schokolade oder einem Glas Wein ganz viel Zeit für uns selbst nehmen, erzählt von dieser Besinnlichkeit.

Meistens braucht es gar nicht viel. Ein Für-sich-selbst-sein. Ein Rückzug in geborgene Ecken. Ein Früh-ins-Bett-gehen, Lieblingsmusik hören, lesen oder einfach nur träumen...

Das sind die kleinen Inseln, die am meisten Ruhe und Kraft schenken. Inseln, die wir uns durchaus das ganze Jahr über gönnen dürfen. Sie kosten nichts, ausser ein kleines bestimmtes Nein.

(© Artikel von Monika Minder)

Stille in Zeiten von Corona

Ob in diesem Jahr 2020 alles anders sein wird mit Advent und Weihnachten und der Stille. Mit den Rückzügen durch verschiedene Lockdowns hätten wir ja ein wenig "still-sein" üben können. Sich zurück nehmen und über das vergangene Jahr nachdenken, über Bedürfnisse, die zu kurz gekommen sind, über freudige Erlebnisse, über das, was war und was werden könnte... Nur, so einfach ist es nicht. Wer Kinder hat, weiss ein Lied zu singen. Wer alleine lebt, ebenfalls.

Die Verschiedenheiten der Menschtypen, wie sie C.G. Jung entwickelt hat, scheinen mir in dieser Krisensituation deutlicher zum Vorschein zu kommen. Wer immer schon ein introvertierter Mensch war, und sich zu Hause wohler fühlt als unter vielen Menschen, wird das auch jetzt besser aushalten. Lesen, schreiben, Musik hören, basteln spazieren... . Er wird sich selbst beschäftigen können. Nur, wie ist es aber mit dem still sein? Auch mal ohne lesen, schreiben und Musik sein?





Da wir heute Internet haben, wird diese Stille, von der ich oben gesprochen habe, höchstens noch im Tiefschlaf erreicht. Ausser, man stellt für eine Weile alle technischen Geräte ab und versetzt sich in analoge Zeiten. Das stellt für viele eine grössere Herausforderung dar als Corona.

Was machen wir, wenn wir alles auf stumm stellen? Stehen wir dumm im Raum, wie ich neulich, als ich diesen Versuch startete, oder wissen wir sofort, ah, endlich kann ich....?

Ich hätte aufräumen und putzen können. Lieber wäre ich aber an den PC und hätte an diesem Artikel weitergeschrieben. Genau das, habe ich mir aber verboten. Wenigstens für einen Tag wollte ich still-sein üben. Zudem geht es um Stille, nicht darum möglichst Ersatz für Arbeit und Ablenkung zu suchen. Das wäre zu einfach. Still sein, einfach nur still sein und besinnlich werden, das sollte doch nicht so schwer sein. Gerade für mich, wo ich in analogen Zeiten geboren wurde und nicht alles im Überfluss da war.

Zuerst habe ich mir also einen schönen heissen Milchkaffee gemacht und bin ins Bett. Da lag schon meine Katze und schnurrte. Also Milchkaffee geschlüft, Katze gekrault, Kekse dazu gegessen und dem Geräusch zugehört, das ich beim Kauen erzeugte. Nur das, sonst nichts. Eine ganze Weile. Erinnerungen aus der Kinderzeit tauchten auf, ich musste lachen. Mein Bruder kam mir in den Sinn, der sich immer lustig machte über Vater, wenn er beim Essen laut kaute. Manchmal ärgerte er sich auch darüber und lief vom Tisch.

Dann tauchte plötzlich die Geschichte mit meiner Katze auf, die vor einigen Jahren von meinem damaligen Vermieter vergiftet wurde. Traurig wurde ich, sehr traurig.

Eine ganze Weile schwelgte ich in Geschichten und bin darüber eingeschlafen. Einfach mal zulassen, was an die Oberfläche kommt, wenn man still ist. Lachen und weinen und den Gefühlen freien Lauf lassen. Das befreit. So vieles bleibt in der Hektik des Alltags stecken, wird verdrängt oder einfach ausgeblendet.

Still sein und über das Leben nachdenken. Nicht im Sinne von, war diese und jene Entscheidung richtig oder falsch, sondern, was hat mich diese und jene Entscheidung gelehrt. Welche Erfahrungen durfte ich dadurch machen.

Auch Corona wird irgendwann Geschichte sein. Auch diese werden wir verarbeiten können. Vielleicht wird es viel Stille brauchen, vielleicht nicht. Vieles ist noch offen. Momentan können wir nur annehmen und akzeptieren. Und die Zeit des Danachs vorbereiten. Und wenn nicht vorbereiten, dann doch wenigstens skizzieren. Wollen wir wie gehabt weitermachen, oder gibt es vielleicht neue Ansätze.

Die Adventszeit wird in diesem Jahr anders sein. Bereits wurden die ersten Weihnachtsmärkte abgesagt. Für einmal fährt sich die Hektik und der Stress von selbst nach unten. Wie befreiend, wenn man nichts mehr muss und soll. An Weihnachten einmal etwas stiller sein, wird Kräfte mobilisieren, so dass wir mit Zuversicht und Hoffnung ganz sachte ins neue Jahr fliessen können. Weil alles fliesst, und weil schon aus den grössten Trümmern wieder Neues entstanden ist.

(© Marie A.H., 11. Nov. 2020)



Wahre Ruhe

Es gibt keine wahre Ruhe, als die durch Tätigkeit errungene Ruhe; auch gibt es keine echte Tätigkeit, als die durch Ruhe geweckte Tätigkeit.

(Nikolai Abramowitsch Fürst Putjatin, 1749-1830, russischer Philanthrop und Philosoph)

Ruhe ist Glück

Ruhe ist Glück - wenn sie ein Ausruhen ist.

(Ludwig Börne, 1786-1837, deutscher Schriftsteller und Journalist)

Ruhe, Stille...

Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles.

(Theodor Fontane, 1819-1898), deutscher Schriftsteller, Journalist, Erzähler)

Schöne Gedichte

Stille Ruhe

Stille Ruhe säuselt nieder
Von des Himmels goldnen Höh'n,
Einsam tönen meine Lieder,
Wie der Abendlüfte Wehn;

In der Dämm'rung Nebelschleier
Stirbt des Tages letzter Blick;
Meine Seele atmet freier
Stiller Ruhe süsses Glück.

In der Schöpfung weiten Kreisen
Herrscht sie segnend überall,
Sie verklärt den Blick des Weisen,
Winket sanft im Mondenstral.

Tröstend lispelt sie dem Müden:
Nur in meinen Räumen wohnt
Jener hohe Seelenfrieden,
Der ein rein Bewusstsein lohnt!

Heil! dem Edlen, der dich immer
Sich zur Lieblingin erkohr;
Ueber seines Glückes Trümmer
Blickt er hoffnungsvoll empor!

An den heiligen Altären,
Wo er Opfer dir gebracht,
Nennt er täuschende Chimären,
Was den Thoren glücklich macht!

Lächle mir in deiner Schöne,
Ruhe, Himmels Königin!
Nimm zum Dank die leisen Töne
Meiner goldnen Harfe hin;

Lächle mir in deiner Milde,
Wenn ich matt vom Weltgewühl'
Schmachtend steh' vor deinem Bilde,
Mit gesunknem Selbstgefühl!

O dann winke mir zur Wonne,
Die den Weisen selig macht,
Ihm mit jeder Morgensonne
Himmlisch-mild entgegen lacht;

Heb' auch einst die sanften Flügel
Kühlend, wenn ein edler Freund
Mir auf meinen Schlummerhügel
Eine Sehnsuchts-Träne weint!

(Elise Sommer, 1761-?, deutsche Schriftstellerin)



Willkommen Ruhe

Das Meer ist still, die Stürme schlafen,
Der Himmel ist so sternenklar;
Am Anker ruht im sichern Hafen
Das Schiff geborgen vor Gefahr.

So lass auch mich nach Kampf und Schmerzen
An deiner Brust vor Anker gehn,
Und blick' ich auf von deinem Herzen,
Den Himmel dir im Auge sehn.

(Julius Sturm, 1816-1896, deutscher Dichter)

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