Tröstend legt sich Schnee auf die Tage
und wir gehen sachte einen Schritt weiter
als wir je zu wagen gedachten.

(© Monika Minder)

Weihnachtsgedichte & Sprüche

von Monika Minder

Schöne und anspruchsvolle Poese, tiefsinnige Aphorismen für die Advents-, Weihnachts- und Neujahrszeit. Neue Gedichte, kleine Anekdoten und besinnliche Worte.

Anfang

Manchmal sucht
das Licht die Dunkelheit
und ohne sich anzumelden
bricht ein Weg ins Gemüt.
Weil Anfang Achtsamkeit
braucht und ein Herz,
das schlägt.

(© Monika Minder)

Wir

Wo das Licht verlorengeht
und der Tag unvollendet
nach einem Wort fragt,
das die Welt neu erschafft.

(© Monika Minder)

Die Dämmerung festhalten

Die Dämmerung festhalten, gedankenvoll
mit dem wiegenden Gelb der Lichter.
Lauschen wie mit der Muschel am Ohr
den Orgelklängen, dem Gebet.
Wie zu Kinderzeiten den Mund offen,
unruhig in spannender Erwartung.

(© Monika Minder)

Es ist Zeit

Die Zweige flüstern durch den Wind:
Es ist Zeit für himmlische Glocken
und eine Nuance Melancholie.
Komm, es ist Zeit, wir müssen uns
neu lieb gewinnen.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Wo wir achtsam leben, leben wir liebend, leben wir.

(© Monika Minder)

Geborgenheit schaffen

Wie ist die Welt so still und kraftvoll,
wo wir uns die Hand geben und uns tragen
und in einem achtungsvollen Miteinander
Orte der Geborgenheit schaffen.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Wo du Liebe verströmst, Licht und Wärme, bist du ein Stern.

(© Monika Minder)

Ich will nicht aufhören

Ich will nicht aufhören Baum zu werden,
mit guter Verwurzelung fest auf dem Boden
zu stehen und so langsam wie möglich
zu wachsen und dabei das Aufrichten
üben, immer wieder, und das Niederknien.
Ich will nicht aufhören, mich zu erinnern,
dass ich gepflanzt wurde und mit all
den Möglichkeiten einen Raum
einnehmen darf.
Ich will nicht aufhören.

(© Monika Minder)

Formvollendet

Formvollendet stirbt das Jahr
allein in sein Geheimnis.
Vielleicht, vielleicht auch nicht,
in einen neuen Raum,
wo es seine Kreise zieht,
vorübergeht mit mehr des Dunklen,
weil zu viel Sonne kein Wasser
mehr fliessen lässt.

(© Monika Minder)

S P R U C H - Z I T A T
Immer wieder die Möglichkeiten sehen, Leben neu zu entwerfen und überhaupt das Leben als Lebensentwurf, als etwas Kostbares und mir Aufgegebenes, immer wieder justieren Könnendes lieb zu haben.

(© Monika Minder)

Dezemberabend

Dezemberabend, erste Flocken feuchten;
Aus der Ferne zarter Duft.
Hoffnungsvoll durchleuchtet
ein Stern die flockentrübe Luft.

Glockenklänge beben
summend durch mein Ohr.
Aus der Masse heben
reinste Klänge sich empor.

Goldne Lichter zittern
über meine Seele hin.
Seit ich deinem Leuchten
einst begegnet bin.

(© Monika Minder)


Karte schwarz-gold mit Glücksspruch

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Bild-Text:

GLÜCK IST GEBORGEN SEIN.

(© Monika Minder)

Dinge kommen und gehen

Wo die Tage, die wir aus der Hand geben
als hätten wir genug davon, uns zusammenführen,
die Zärtlichkeit uns Vergebliches füllt,
wo Dinge kommen und gehen
und alles sich verliert in der Zeit,
ein Leuchten sich in die Bäume verirrt,
das Lächeln einer Blume, einer Hand...

(© Monika Minder)

Was wir uns wünschen

Was wir uns wünschen,
fügen wir in die Träume ein.
Nichts, was da nicht Platz hätte.
Im Advent werden Wünsche frei;
und irgendwo hört die Welt auf.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Eine Lichtung kann überall entstehen, wo wir uns Licht werdend fallen lassen.

(© Monika Minder)

Liebe gefüllt mit Zuversicht

Liebe gefüllt mit Zuversicht
und in der Besinnlichkeit tanzen,
mit dem Blick nach vorn,
weil, wo's dankbar ist,
hüpft das Licht.

(© Monika Minder)

S P R U C H - Z I T A T
Wie ist die Welt so still und kraftvoll, wo wir uns die Hand geben und uns tragen und in einem achtungsvollen Miteinander Orte der Geborgenheit schaffen.

(© Monika Minder)

Welkes Jahr

Jedes Licht will zur Liebe,
jedes Jahr zu Ende gehen.
Ewiges wird es nur geben,
wo nichts will siegen.

Auch der schönste Advent will
einmal Weihnachten und Liebe spüren.
Warte, Eilendes, bleib still,
wenn der Glitzer dich will entführen.

Fühl eigene Wünsche und wehr dich nicht,
lass sie einfach still gewähren,
lass vom Jahr, das sich bricht,
dich sanft nach Hause wehen.

(© Monika Minder)

Nach einer Idee von Hermann Hesse "Welkes Blatt"

S P R U C H
Und wieder alles auf Anfang, wie staunen.

(© Monika Minder)

Die Tage füllen sich mit Zauber

Jetzt, wo der Wind Bäume und Äste
zu Schneegestecken friert, füllen sich
die Tage mit Zauber, und mit Dingen.
Wo Kerzen nicht erlöschen, führen
Träume uns aus der Dunkelheit
und Worte finden Sinn.

(© Monika Minder)


© Bild Monika Minder, darf nicht im Internet und nicht kommerziell genutzt werden. Darf für eine private Karte kostenlos ausgedruckt werden.

Bild-Text:

Wo du Liebe verströmst, Licht und Wärme, bist du ein Stern.

(© Monika Minder)

Das Licht

Du kannst zerstören und werten,
eine Kerze hören oder zertreten;
Und ziehst du auch den Docht heraus,
das Licht bringst du nicht aus.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Zum Werden, was wir sind, fehlt stetig ein bisschen mehr Zeit.

(© Monika Minder)

Lichtung

Einen Augenblick im Beinahnichtvorhandensein
vorhanden sein und im Nein und Nicht Gesicht sein.
Wo du echt bist, schaffst du eine Lichtung.

(© Monika Minder)

Trösten

Das Leiseste dürfen wir
nicht übersehen,
und trösten bis die Sterne
laut am Himmel stehen.

(© Monika Minder)

G E D A N K E N
Weise Leute sagen, man solle mit einem einfachen Schritt beginnen, wenn man hoch steigen wolle. Sich zum Tal der Welt machen. Auch den Ruhm kennenlernen und die Ungnade, um wieder zur Einfachheit zurückzukehren. Wie schön. Es kommt mir vor wie die Natur, die aus der Stille wächst und im Frühling zu einer immensen Üppigkeit gelangt, um dann im Herbst wieder, mit Erinnerungen voll, ins Einfache heimzukehren. Nur, dass die Natur wohl diesen Zyklus um einiges ernster nimmt als wir.

(© Monika Minder)

Die Welt wiederholt sich

Die Welt wiederholt sich, wie alles.
Die Leute rennen hin und her
wie Wolken vor einem Gewitter.
Zyklisch wird Volumen gemessen.
Nichts Besänftigendes.
Nur das Goldpapier ist rosa in diesem Jahr.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Durch die Stille gehen die lautesten Wege.

(© Monika Minder)

Das Jahr ist müde

Jetzt, wo das Jahr langsam die Augen schliesst, weils müde ist von der langen Reise, was brauchen wir noch im Angesicht des knappen Lichts des Tages, des Sternenglänzens und Kerzenflimmerns? Ein ruhender Geist, mit der Zeit der Natur tief verbunden.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Wo uns die Zeit sucht, in der Begeisterung, in der Freude, in der Kreativität ..., sucht uns die Liebe.

(© Monika Minder)

Mutig inne halten

Mutig inne halten,
aushalten
die Leere,
um in ihr die Fülle
zu spüren,
im nichts Erwarten,
wunschlos,
nur Sein dürfen,
Angenommensein.

(© Monika Minder)

Neue Reise

Wo etwas zu Ende geht, beginnt immer zugleich etwas Neues. Eine neue Reise, eine Reise nach innen zuerst, um zu finden, was als Kern schon da war, angelegt wurde, vor mir da war, da ist und jetzt gemeinsam mit mir die neue Reise anzugehen.

(© Monika Minder)

S P R U C H
Und teilen wir doch nur ein Lächeln, teilen wir ein bisschen Wärme.

(© Monika Minder)

Kerzenlicht

Jetzt,
wo die Abende wieder möbliert sind
mit Kerzenlicht und Symphonien,
trägst du mich nach Hause.

(© Monika Minder)

Der Zeiger

Der Zeiger löscht
in der Geographie
des Kalenders
die Worte
von gestern
aus dem Schnee
von Morgen.

(© Monika Minder)

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